Testbericht: Ein Tag im Dinosaurier Freiluftmuseum Altmühltal

Am 25. August 2016 wurde das Altmühltal um eine Attraktion reicher: Das Dinosaurier Freiluftmuseum Altmühltal in Denkendorf hat seine Tore für Besucher erstmals geöffnet. Wir von Unser Seenland wollten wissen, ob sich die ca. eineinhalbstündige Fahrt von Gunzenhausen nach Denkendorf lohnt und testeten den Dinopark für Sie bei einem Tagesausflug. Lesen Sie hier unsere Erfahrungen!

Besucherandrang am Parkplatz

Nach unserer nicht ganz kurzen Fahrt nach Denkendorf werden wir erst einmal ein wenig vom doch sehr starken Andrang am Parkplatz und an der Kasse überrascht. Verwunderlich ist das einerseits nicht weiter – die Sonne strahlt vom Himmel und die Eröffnung wurde in den Medien groß angekündigt. Als Besucher sieht man, dass der Dinosaurierpark noch nicht seinen Endstand erreicht hat. Teilweise ist das Gelände noch Baustelle. Am Eingang befindet sich neben den Kassen auch ein Restaurant mit Biergarten. Optisch sieht das Ganze gut aus; wir heben uns den Hunger jedoch bis nach unserem Rundgang auf.

Familienkarte für 44 Euro

An der Kasse löhnen wir für zwei Erwachsene und drei Kinder insgesamt 44 Euro. Das kleinste Kind ist noch frei; der Preis gilt jedoch offenbar nur für zwei Erwachsene und zwei Kinder. Das sollte man etwas besser kommunizieren; eine Familie mit drei oder vier zahlungspflichtigen Kindern wird sonst an der Kasse bereits böse überrascht.

Uns steht weiterhin frei, ob wir uns den Dinosaurier-Führer kaufen möchten. Wir entscheiden uns dafür und bereuen es nicht – hier wurden alle wichtigen Infos rund um den Park und die Urzeitwesen zusammengefasst.

Einen Minuspunkt erhält die Toilettensituation im Park. Aufgrund dessen, dass zum Teil noch Gebäude gebaut werden, wurden Container aufgestellt. An sich wäre das nicht weiter tragisch; die Menge der Toiletten selbst sowie die Sauberkeit selbiger lassen jedoch etwas zu wünschen übrig.

Rundweg durch drei Zeitepochen

Bereits am Eingang werden wir von einem riesigen Wassersaurier im hauseigenen Teich, der sich gerade durch einen Luftsprung sein Abendbrot besorgt, begrüßt. Toll! Die Kinder staunen und freuen sich auf den rund 1,5 km langen Rundweg durch den Wald. Der Park selbst ist in drei Zeitepochen aufgeteilt. Das macht durchaus Sinn, so bekommen die Kinder etwas Hintergrundwissen, wann wer auf unserem Planeten gelebt hat.

Perfekt in den Wald integriert

Die beeindruckenden Exponate sind perfekt in den Wald integriert. Beim Rundgang durch das Freiluftmuseum wird deutlich, dass die Betreiber das Motto „Dinosaurier“ in jeder Hinsicht durchgezogen haben. Sogar die Figuren am Spielplatz sind allesamt in Dino-Optik gestaltet worden. Kinder finden das natürlich klasse.

Jedes der Ausstellungsobjekte ist mit einem Schild auf Deutsch und Englisch bestückt. Dieses enthält den Namen und die Kurzbeschreibung des Sauriers. Nebenbei stellen wir fest, dass sich der starke Andrang, der uns zu Beginn etwas verschreckt hat, super verlaufen hat.

Dinos sind kein Kletterbaum

Im Freiluftmuseum stehen etliche Schilder, die deutlich auf das Verbot, die Exponate anzufassen oder gar auf ihnen herumzukrabbeln, hinweisen. Dennoch müssen wir etliche Dinos beobachten, die von Kindern als Kletterbaum benutzt werden. Schade, dass deren Eltern offenbar so wenig Verständnis aufweisen; zum Teil sind die Dinosaurier schon zerkratzt oder Bestandteile abgebrochen worden.

Vielleicht sollte der Betreiber einen oder zwei Mitarbeiter regelmäßig auf eine Runde durch den Park schicken, um solche Ärgernisse zu vermeiden. Wir finden es traurig, dass man über solche Schritte überhaupt nachdenken muss, wo im Grunde jeder weiß, wie man sich in einem Museum – ob drinnen oder draußen – zu verhalten hat.

Station: Wettlauf mit dem Dino

Eine Station im Wald beeindruckt unseren Nachwuchs ganz besonders: Der Wettlauf mit dem Dinosaurier. Hier dürfen die Kinder auf einer vorgegebenen Strecke zeigen, wie schnell sie rennen können. Die Zeit wird gemessen und anschließend mit der des Dinosauriers verglichen. Für Kinder ist das eine tolle Möglichkeit zu begreifen, wie schnell die Urzeitbewohner waren.

Besonders beeindruckend für Kinder ist das Exponat des halb verwesten T-Rex. Im Park wird den Gästen der „Lebenslauf“ der Dinosaurier gut näher gebracht und gerade Kindern anschaulich erklärt. Das Freiluftmuseum zeigt das Leben und Aussehen der Dinos; verschiedene Stationen geben Aufschluss, was nach dem Tod des Urzeitwesens mit seinem Körper passiert ist und wie es zu den Versteinerungen kommt.

Rundweg dürfte länger sein

Obwohl wir uns wirklich jeden Dinosaurier genau angesehen und das zugehörige Schild studiert haben, sind wir nach eineinhalb Stunden wieder im Eingangsbereich angekommen. Der Rundweg dürfte deutlich länger sein;  wir hatten für den Park im Vorfeld mehrere Stunden einkalkuliert.

Verschiedene Mitmachaktionen

Im Freiluftmuseum werden den Kindern verschiedene Mitmachaktionen wie zum Beispiel Steineklopfen geboten. An sich ist das eine tolle Möglichkeit, den Kindern das Thema näher zu bringen. Leider sind jedoch sämtliche Mitmachaktionen kostenpflichtig. Das ist schade, zumal der Eintritt in den Park als Familie schon ordentlich zu Buche schlägt.

Wir beschließen, die Kinder noch etwas am Spielplatz toben zu lassen. Selbiger ist optisch toll gestaltet; alle Spielgeräte wurden in Dino-Optik konzipiert und sind nagelneu. Leider ist der Spielplatz in der prallen Sonne, sodass wir beizeiten die Segel streichen müssen, um nicht gegrillt zu werden.

Restaurant im Eingangsbereich

Hungrig geht es nun in das ebenfalls nagelneue Restaurant im Eingangsbereich des Freiluftmuseums. Hier gibt´s alles, was Kindern schmeckt: Chicken Nuggets, Schnitzel, Currywurst etc. Leider ist das angebotene Essen ziemlich teuer: Eine Currywurst mit Pommes schlägt beispielsweise mit stolzen 8,50 Euro zu Buche; ein Schnitzel mit Kartoffelsalt kostet 10,50 Euro. Die Größe der Portionen sind völlig in Ordnung; für eine Familie mit drei Kindern wird der Ausflug jedoch zum kostspieligen Vergnügen.

Achtung: Durch die kleinen Waldwege ist der Dinopark für Menschen mit Behinderung nicht geeignet!

Als Tagesausflug nur bedingt geeignet

Nachdem wir wesentlich schneller durch das Museum spaziert sind, als vorab angedacht war, beschließen wir, die Kinder noch Steineklopfen zu lassen. Für fünf Euro pro Kind dürfen Kinder im Park nach Fossilien klopfen. Wir beschließen, stattdessen einen anderen Steinbruch aufzusuchen und fahren nach Blumenberg, wo wir für eine Familienkarte mit max. vier Kindern und zwei Erwachsenen lediglich sechs Euro zahlen. Kinder bekommen vor Ort sogar eine kleine Meißel und einen Kinderhammer; schließlich geht der ein oder andere Schlag immer daneben.

Fazit

Der Park ist durchdacht und wirklich toll in die Landschaft eingebettet. Im Wald rastet man beispielsweise auf Bänken mitten im Moos; durch diese Gestaltung wirkt alles ziemlich authentisch. Kinder erfahren zudem viel Wissenswertes über die Dinosaurier und können sich in so mancher Mitmachaktion selbst verwirklichen. Auch die Accessoires wie der Spielplatz oder die Chicken Nuggets sind in Dino-Optik gestaltet; das Motto wurde komplett durchgezogen.

Als grober Nachteil müssen die Preise genannt sein. Zum aktuellen Zeitpunkt ist der Eintritt für den zum Teil noch im Bau befindlichen Park zu hoch; zudem ist man innerhalb kürzester Zeit durch, auch wenn man sich viel Zeit lässt. Die Mitmachaktionen würden sicherlich ebenfalls besser angenommen werden, wenn die Preise hierfür etwas reduziert werden würden. Wir werden in ein oder zwei Jahren noch einmal herkommen, um zu sehen, was sich getan hat.

Abschließend lässt sich sagen: Als Tagesausflug alleine ungeeignet, man sollte den Besuch im Freiluftmuseum noch mit einem anderen Besuch (z. B. Fossilien suchen; passt sehr gut zum Thema) verbinden. Für die Kinder ist der Dino-Park jedoch in jedem Fall einen Besuch wert.

Testbericht: Ein Tag im Dinosaurier Freiluftmuseum Altmühltal

6.225

Familienfreundlichkeit

8/10

    Erlebnisfaktor

    6/10

      Preis/Leistung

      3/10

        Landschaft

        8/10

          Vorteile

          • Motto perfekt durchgezogen
          • Für Kinder sehr anschaulich und spannend

          Nachteile

          • Verhältnismäßig teuer
          • Nicht barrierefrei
          • Als Tagesausflug ungeeignet
          1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (22 Bewertungen, im Schnitt: 3,82 aus 5)
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          3 Kommentare

          1. Familienfreundlichkeit

            7.6

            Erlebnisfaktor

            1.8

            Preis/Leistung

            1.3

            Landschaft

            1

            Geselligkeit

            2.4

            für Kinder unter fünf Jahren nicht geeignet waren auch entäuscht von den Plastikdinos Realitätsfremd Eintrittspreis zu hoch eine Toilette auf dem Rundgang zu wenig toll fanden wir die Spielplätze und die großen Sitzflächen für die Selbstversorger
            Fazit es war ein mittelmäßiger Nachmittag

          2. Familienfreundlichkeit

            3.8

            Erlebnisfaktor

            2.5

            Preis/Leistung

            1

            Landschaft

            9.5

            Der Eintrittspreis ist Wahnsinn ! 6-8€ wären angemessen ! Plastikfiguren von Aldi sind auch nicht besonders einfallsreich.Gott sei dank war der Rundweg im Wald. Mir fiel auf das Kinder mehr am Klettern und Müll verteilen im Wald interessiert waren als an den Infotafeln . Und für den zu hohen Eintrittspreis würde ich allen Eltern mit Kindern einen Freizeitpark empfehlen.Zum Essen in einer art Kantine kann man 5 Essen in Selbstbedienung bestellen.Wenn man Glück hat hilft das Personal wenn man Pech hat wie ich dann gibts nur pampige Antworten ! Alles teuer brauch ich nicht mehr sagen ! Fazit ich würde da nicht mehr hinfahren , hab mir vorher Schloss Prunn angesehen mit Führung wesentlich besser!

          3. Familienfreundlichkeit

            8

            Erlebnisfaktor

            7

            Preis/Leistung

            1.5

            Landschaft

            8

            Im Rahmen eines Familienausflugs sicher geeignet, ein paar unterhaltsame Stunden zu verbringen. Die meisten Exponate wirken allerdings wenig realistisch und werden gerne von Kindern für Turnübungen missbraucht, was deren Erziehungsberechtigten nicht weiter zu stören scheint.
            Der Preis ist für das Gebotene schlichtweg zu hoch, die „Ermäßigungen“ für Behinderte ein Hohn. Wenn es wenigstens Behindertengerecht wäre. Dieser Park scheint nur darauf aus zu sein, dem Besucher möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Alles in allem ein einmaliges Erlebnis – sprich einmal und nie wieder.

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