6 Einkaufsmöglichkeiten, regionale Produkte zu kaufen

Die heimische Landwirtschaft unterstützen, die Umwelt schonen, nachhaltig leben

Der Klimawandel zeigt sich jährlich stärker und schreitet immer schneller voran: Brennende Wälder, Sturzfluten, Dürre. Was klingt, wie aus einem überzeichneten Science Fiction-Film, wird weltweit bittere Realität. Angesichts der Katastrophen, die die Klimaveränderung mit sich bringt, fühlen wir uns zunehmend hilflos, denn die Dinge, die man als kleiner Bürger tun kann, erscheinen einem im Angesicht des großen Ganzen äußerst begrenzt.

So machtlos wie es scheint, sind wir jedoch nicht. Der Effekt, der entstünde, würde jeder mitmachen, wäre immens: Müll vermeiden, zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren,  Konsumgüter nach deren Nutzen hinterfragen (brauche ich das wirklich?!), regional einkaufen und damit lange Lieferketten aus Übersee vermeiden. Die genannten Punkte sind nur ein paar wesentliche, die wir ohne schmerzhaften Verzicht leisten könnten. 

Die hiesige Landwirtschaft unterstützen und sich dabei selbst etwas Gutes tun: Die kurzen Wege vom Feld direkt in die Küche bzw. auf den Markt garantieren Frische, die Preise sind fair und kommen direkt beim Erzeuger an, zudem ist der Einkauf im Hofladen oder auf dem Markt ein besonderes Erlebnis.

Oftmals sind die angebotenen Produkte aus biologischer Erzeugung und die Landwirte erzählen ihren Kunden voller Stolz, wie kurz der Weg von der Erzeugung bis zum Verkauf  im Vergleich zu Angeboten aus dem Supermarkt sei. Das Fränkischen Seenland bietet eine Fülle von Direktvermarktern, die sich über einen Besuch von Ihnen in Ihrem Hofladen oder auf dem Bauernmarkt sehr freuen würden.

In unserem Beitrag haben wir wir sechs Direktvermarkter für Sie zusammengefasst. 

Was bedeutet eigentlich Direktvermarktung?

Wenn wir in unserem Beitrag von Direktvermarktung sprechen, meinen wir damit den landwirtschaftlichen Direktvertrieb. Diesen Begriff  hört man beinahe täglich, doch was ist eigentlich damit gemeint?

Unter der landwirtschaftlichen „Direktvermaktung“ versteht man den direkten Verkauf von Produkten aus landwirtschaftlicher Herstellung vom Erzeuger an den Verbraucher.

Die vielen Handelsstufen, die wir aus dem Discounter oder Supermarkt kennen, entfallen bei dieser Art der Vermarktung, was für den Bauern ein höheres Einkommen gewährleistet. Der Verbraucher profitiert zudem, denn einerseits weiß er, woher die Waren stammen und kann andererseits einen wirksamen Beitrag zu Natur- und Umweltschutz leisten.

Lecker, lecker: Der Rinderburger vom Müßighof bei Absberg. So geht Direktvermarktung heute.

 

Wo wird direkt vermarktet?

Der Wochenmarkt

Erzeuger, die ihre Waren direkt vermarkten möchten, bedienen verschiedene Kanäle, damit der Verkauf direkt an den Endverbraucher auch klappt. Einer davon ist der Wochenmarkt, der in beinahe jeder größeren Stadt einmal oder gar mehrmals wöchentlich stattfindet. Während im nahe gelegenen Nürnberg täglich Marktbetrieb am Hauptmarkt herrscht, wird in Gunzenhausen, Weißenburg oder Treuchtlingen nur ein bis zweimal ein Markt veranstaltet.

Auch wenn, wie in Gunzenhausen, die Händler nur einmal wöchentlich Gelegenheit haben, Ihre Waren feilzubieten, tut das der Stimmung und dem Umsatz am Markttag keinen Abbruch. Für Bürger aus der Stadt und dem ganzen Umland ist der Markttag in der Stadt oftmals eine Institution. Der feste Termin ist gedanklich im Kalender fixiert: Einkaufen, ein Pläuschchen halten, das Markttreiben beobachten, die Stimmung genießen.  So sieht ein perfekter Tag aus!

Selbstverständlich dürfen auf Wochenmärkten nicht alle beliebigen Waren verkaufen verkauft werden. Die Händler müssen überwiegend regionale Produkte aus der Region anbieten. Feilgeboten werden allem voran

  • Wurst und Käse
  • Obst und Gemüse
  • Honig und andere Aufstriche
  • Gewürze
  • Blumen, Gestecke, Stauden
  • Eier und Nudeln
  • Backwaren
  • Milchprodukte

In aller Regel lässt sich auf dem Wochenmarkt auch der komplette Wochenmarkt erledigen.

Der Hofladen

Eine weitere Form der Direktvermarktung ist der Verkauf über den hauseigenen Hofladen. Kunden fahren den Betrieb an und können vor Ort selbst Produziertes erwerben. Die meisten Hofläden bieten

  • Fleisch und Wurst
  • Eier, Nudeln und eventuell Geflügel
  • Honig und Marmeladen
  • Kartoffeln
  • Obst und Gemüse
  • Geschenkkörbe
  • Liköre, Schnäpse usw.

zum Verkauf an. Die Vielfalt, die ein ganzer Wochenmarkt mit unterschiedlichsten Händlern zeigt, können die meisten Hofläden selbstverständlich nicht bieten. Für dieses Ziel wäre es notwendig, weitere Waren zuzukaufen, was den Weg vom Erzeuger direkt zum Verbraucher unterbrechen würde.

Der Online-Handel

Die Webseite zum Bestellen von regionalen Produkten: https://altmuehlmarkt.de/

Eine weitere Form des Direktvertriebs ist der Verkauf der Waren über das Internet. Diese Art des Verkaufs vom Erzeuger an den Verbraucher nennt man Online-Direktvermarktung. Kunden bestellen auf der Webseite des Anbieters oder der einer anderen Plattform, die den Kontakt zwischen Verkäufer und Käufer herstellt, die gewünschten Produkte. Besteller erhalten selbige dann per Post oder Lieferung direkt nach Hause.

Sogenannte „Abo-Kisten“, die man ebenfalls online bestellt, erfahren in letzter Zeit viel Zuspruch. Dabei handelt es sich um fertig zusammengestellte Kisten mit bestimmten (vom Kunden gewünschten) Waren, die in einem vorher vereinbarten Turnus (wöchentlich, monatlich usw.) geliefert werden.

https://atalanda.com/altmuehlfranken
Bücher, Weine, Kosmetik, Mobiliar: Hier finden Kunden alles, was das Herz begehrt.

Sie möchten mehr erfahren? Hier können Sie die vom Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen herausgegebene Broschüre downloaden.

Schlossgut Polsingen

Das Schlossgut in Polsingen am Rande des Nördlinger Rieses liegt im Höhenzug Hahnenkamm und hat sich allem voran auf den Anbau von Äpfeln und Kürbissen. Der wunderschöne Gutshof aus dem 17. Jahrhundert verfügt über einen eigenen Hofladen, in welchem unter anderem folgende Produkte feilgeboten werden: verschiedenste Marmeladen, Eier, Wurstwaren, Kartoffeln, Öle, Liköre, Nudeln, Eingemachtes, Honig, Essige und Geräuchertes.

Selbstverständlich gibt es die 14 verschiedenen selbst angebauten Apfelsorten sowie die daraus gepressten Säfte ebenfalls zu kaufen. Das Sortiment an Kürbissen steht dem der Äpfel in nichts nach: Das Schlossgut Polsingen bietet seinen Kunden mittlerweile 80 verschiedene Speise- und Zierkürbisse an. Jedes Jahr im September und Oktober steigt dann jeweils ein Apfel- und Kürbisfest in schönster Kulisse. Öffnungszeiten, Waren und allerhand Wissenswertes rund um das Schlossgut Polsingen lesen Sie hier.

Wochenmarkt Gunzenhausen

Wochenmarkt Gunzenhausen
Geschäftiges Treiben am Wochenmarkt in Gunzenhausen

Gunzenhausen, die idyllische Kleinstadt direkt am Altmühlsee, bietet Touristen und Einwohnern eine Fülle von regionalen Einkaufsmöglichkeiten: Immer donnerstags von 7.00 bis 13.00 Uhr findet auf dem Marktplatz der über die Stadtgrenzen hinaus bekannte wie beliebte Wochenmarkt statt.

Auf dem Markt erhalten Besucher alles, was das Herz begehrt: Frisches Obst und Gemüse, Hühner-, Truthahn- und Putenfleisch aus biologischer Erzeugung, Eier von glücklichen Hühnern, Fleisch und Wurst, Pflanzen und Gestecke, Leckereien und knuspriges Brot aus der Biobackstube Zandtmühle, Gewürze in Hülle und Fülle und vieles mehr.

Wer wochentags keine Zeit hat, den Markt zu besuchen, kann seinen Einkauf bedenkenlos auf einen Samstag verlegen. Alle zwei Wochen steht der Marktplatz von 8.00 bis 12.00 Uhr unter dem Motto „Bauernmarkt„, auf dem beinahe identische Waren feilgeboten werden.

Weitere Wochenmärkte finden auch in den Städten Treuchtlingen und Weißenburg statt.

Bildungszentrum Triesdorf

Nachhaltigkeit wird im Bildungszentrum Triesdorf im Landkreis Ansbach seit jeher groß geschrieben. Hier werden verschiedene Wege der landwirtschaftlichen Erzeugung erprobt und entwickelt. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden in der hauseigenen Fakultät an die Studenten oder innerhalb von Kursen an Interessierte weitergegeben.

Der Milchwirtschaftliche Verein Triesdorf betreibt auf dem Gelände einen Molkereiladen mit einer riesigen Auswahl von Käsesorten. Aus den Streuobstplantagen werden Schnäpse, Liköre und Saft hergestellt und auch Fleischwaren werden vermarktet. Nähere Informationen und Öffnungszeiten der einzelnen Sparten des Bildungszentrums Triesdorf finden Sie hier.

„Schnapsbrenner“, Großweingarten

Die Destille Walther bietet allerhand Gaumenfreuden.

Wie der Name des Gasthauses „Zum Schnapsbrenner“ bereits vermuten lässt, können Hungrige wie Durstige in Großweingarten feinste Schnäpse und Liköre, gebrannt aus eigenem Obst, sowie andere Köstlichkeiten erwerben. Im Hofladen der Familie Walther kommt alles aus einer Hand: Schnäpse wie die altbekannten Klassiker Kirschwasser oder der „Willi“, aber auch Besonderes wie beispielsweise der Hopfenlikör, der perfekt zur Region um Spalt passt.

Auch Marmeladen und weitere regionale Waren werden im Hofladen beim „Schnapsbrenner“ verkauft. Alle, die auf der Suche nach einem netten Geschenk sind, werden hier sicherlich fündig und können sich nach dem Einkauf bei bestem Essen im hauseigenen Gasthaus stärken. Alle weiteren Infos sowie Öffnungszeiten finden Sie hier.

Müßighof Absberg

Der Müßighof am Ufer des Kleinen Brombachsees bei Absberg ist seit dem Jahr 1930 des regionalen Zentrums von Regens Wagner Absberg, das sich der Betreuung von hahn-am-muessighofMenschen mit Behinderung widmet. Acht der Bewohner der Regens Wagner Stiftung arbeiten auf dem Hof in der Landwirtschaft mit.

Der Müßighof hat sich der Landwirtschaft und dem Gartenbau verschrieben und seit dem Jahr 1991 wird alles Gemüse biologisch angebaut. Im eigenen Hofladen wird über die gesamte Vegetationszeit das Gemüse selbst vermarktet. Der schön gestaltete Laden wurde im Jahr 2011 umgestaltet und vergrößert und bietet mittlerweile eine umfangreiche Produktpalette, die von Fleisch- und Wurstwaren aus der eigenen Bio- Ochsenmast bis hin zu Naturkosmetik und Getränke reicht.

Wer ein bisschen Zeit mitbringt, kann im Bistro ein feines Mahl einnehmen. Selbiges wird in Absberg aus den eigens hergestellten Waren zubereitet; Fehlendes kauft der Hof bei anderen regionalen Direktvermarktern zu. Öffnungszeiten sowie alle weiteren Infos rund um den Müßighof lesen Sie hier auf dem Internetauftritt.

Werzingerhof

Im Bergdorf Wernfels am Rande des Fränkischen Seenlands stellt der Werzingerhof seit einigen Jahren leckerstes Speiseeis aus der Milch ihrer eigenen Kühe und diversen regionalen Fruchtsorten her. So entstehen feine Sorten wie Johannisbeer-Eis, Löwenzahn-Eis, Holunderblüten-Sorbet oder Sauerkirsch-Eis. Natürlich sind die beliebten Sorten wie Vanille, Walnuss und Schokolade ebenfalls erhältlich.

Wer Außergewöhnliches probieren möchte, sollte sich beispielsweise an einem Kürbis-Eis versuchen, denn der Fantasie sind bei Pfahlers keine Grenzen gesetzt. Alles rund um den liebevoll geführten Hof, die Produkte sowie Öffnungszeiten finden Sie hier auf der Webseite.

Natürlich gibt es eine Menge mehr Direktvermarkter im Fränkischen Seenland, als wir hier zusammengefasst haben. In den Sommermonaten beispielsweise finden rund die Seen regelmäßig große Märkte statt, die neben Kunsthandwerk verschiedenste Lebensmittel feil bieten. Möchten Sie auch Ihren Tipp für regionale Einkaufsmöglichkeiten auf dieser Seite finden, schreiben Sie uns!

Fazit

Regional einkaufen schont das Klima, bringt den Erzeugern mehr Lohn und macht dabei auch noch Spaß. Im schönen Fränkischen Seenland gibt es eine Fülle an Direktvermarktern, bei denen man nicht nur seinen Wocheneinkauf erledigen, sondern zusätzliche hervorragende Geschenkideen – meist auch schon hübsch verpackt – erwerben kann. Der Gang auf den Wochenmarkt an der frischen Luft, das geschäftige Treiben auf den Marktplätzen, die kleinen Unterhaltungen mit anderen Menschen: So macht das Einkaufen Freude.

Wer sich einmal an die wöchentliche Besorgung am Markt gewöhnt hat, wird nur sehr ungern wieder darauf verzichten wollen. Die vielen Lebensmittelskandale, der Klimawandel und das dadurch wachsende Bewusstsein, dass sich dringend etwas ändern muss, sorgen dafür, dass Bauernläden und Märkte wieder voll „in Mode“ sind. Und das ist auch gut so.

Erst auf dem Markt einkaufen, dann ein kleines Mittagessen und das geschäftige Treiben beobachten. Herrlich!

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