Natur pur – Wanderung zu den „‚Zwölf Aposteln“

Das Altmühltal zu Fuß entdecken

In einem großen Naturschutzgebiet inmitten des zweitgrößten Naturparks Deutschlands – dem Altmühltal – ziehen zwölf riesige Felsformationen jährlich tausende von Besuchern in ihren Bann. Zwischen der idyllischen Gemeinde Solnhofen, das allem voran für seine historischen Ausgrabungen aus den Steinbrüchen bekannt ist, und seinem Ortsteil Eßlingen ragen die Ungetüme aus dolomitischem Schammkalk direkt neben dem Ufer der Altmühl aus der Erde. Bevor es ans Wandern geht, hier ein kleiner Ausflug in die Entstehungsgeschichte des beeindruckenden Naturspektakels:

Die Farbe der „Apostel“ ist sehr unterschiedlich: Es sind elfenbeinfarbene, graue, gelb- und grünstichige Felsen zu finden. Manch einer fragt sich sicherlich, warum das Aussehen der Natur in diesem Gebiet vom gewohnten Anblick süddeutscher Wälder so stark abweicht: Die Flora splittet sich hier in zwei verschiedene Bereiche auf. Zwischen den Felsformationen auf dem Plattenkalk sind viele weitläufige „Halbtrockenrasen“ zu finden. Hier können Besucher auch die für diese Gegend bekannten Wacholder- und Kiefernwälder bestaunen. Weiter oben jedoch – in Richtung der Spitze der „12 Apostel“ ist echter „Trockenrasen“ zu finden. Selbiger war nicht von Anbeginn hier heimisch: Vor geraumer Zeit wuchsen auch hier Rotbuchen und Eichen. Nachdem der Mensch im Mittelalter seine Haustiere wie Schafe und Ziegen durch diese Wälder trieb, grasten diese die aufkeimenden Jungbäume mit ab. Den Rest erledigte der Mensch mit der Abholzung der übrigen Bäume. Durch das Fehlen der schattenspendenden Wälder konnten sich hier sodann die wärmeliebenden Pflanzen und Tiere ansiedeln. Mittlerweile wurden insgesamt 187 seltene Pflanzenarten auf diesem Trockenrasen nachgewiesen.

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Ein Ausblick, für den sich alle Strapazen des Weges lohnen.

Nun genug der Theorie: Die Wanderschuhe an, ausreichend Getränke eingepackt und los geht´s‘!

Der Weg ist teils sehr eng und steil.
Der Weg ist teils sehr eng und steil.

Der bekannte Altmühl-Panoramaweg, der im Jahr 2012 zu Deutschlands schönstem Wanderweg auserkoren wurde, führt durch 200 km herrliche Landschaft und schließt die beeindruckenden „Zwölf Apostel“ bei Solnhofen mit ein. Ein Teil des Weges kann im Übrigen auch mit dem Schiff zurückgelegt werden. Wem die Füße schmerzen, darf sich also jederzeit in ein Boot setzen und die Felsen auf der ruhig dahinfließenden Altmühl begutachten. Hier kommen nun alle Hobby-Geologen und Botaniker voll auf ihre Kosten. Die Wanderung führt auf teils steilen und engen Pfaden vorbei an den mit Wacholderbüschen bewachsenen Hängen und bietet einen sagenhaften Blick über das herrliche Altmühltal.

Natürlich muss niemand, der die „Zwölf Apostel“ sehen möchte, den kompletten Panoramaweg bewältigen. Es gibt verschiedene Rundwege von Solnhofen zu den Felsen und zurück (ca. 6 km, Gehzeit 1,5 bis 2 Stunden). Ausgangspunkt ist der Bahnhof in Solnhofen, anschließend sind alle Wege sehr gut ausgeschildert. Bitte beachten  Sie jedoch, dass die Streckenabschnitte in diesem Landschaftsgebiet teilweise sehr eng und steil verlaufen und nicht für Fahrräder und Kinderwägen geeignet sind. Wer an übermäßiger Höhenangst leidet, sollte sich womöglich ebenfalls einen anderen Pfad aussuchen.

Zeugnis eines alten Berufs: Das „Hirtengärtla“

Das "Hirtengärtla"
Das „Hirtengärtla“

Wer den Pfad zu den Felsformationen bewältigt hat passiert das „Hirtengärtla“. In jedem Dorf gab es bis ins 19. Jahrhundert einen Dorfhirten, der für die Pflege der Pferde, Rinder, Schafe und Ziegen zuständig war. Seinen Lebensunterhalt erhielt er von der Gemeinde und Dorfbewohnern. Nachdem die besagten Hirten maßgeblich an der Entstehung der Trockenrasen und Halbtrockenrasen beteiligt waren, erinnert heute das „Hirtengärtla“ an die Geschichte der Tierhüter.

Nach all den Impressionen wird so manchen Wanderern der Magen knurren. Der „13 Apostel“  ist ein schmucker kleiner Gasthof mit gemütlichem Biergarten und liegt direkt auf dem Weg im Ortsteil Eßlingen. Neben gutem Bier oder alkoholfreien Erfrischungen bietet die Gastwirtschaft seinen Besuchern auch ganz leckeren hausgemachten Kuchen.

Karte

Der Vorschlag für einen Spaziergang mit Einkehrmöglichkeit:

Impressionen des Weges

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